Seit 1888 - dem Wohl des Menschen verpflichtet
Der ASB ist eine der ältesten deutschen HilfsorganisationenDie Geschichte des Arbeiter-Samariter-Bundes von seiner Gründung im Jahr 1888 bis Heute
Im 19. Jahrhundert war die Arbeit in Werkstätten und Fabriken lebensgefährlich. Es gab weder Arbeitsschutz- noch Unfallverhütungsvorschriften. Ungeschützte Maschinen verursachten schwere, oftmals tödliche Unfälle, und niemand konnte helfen. Es waren weder ausgebildete Ersthelfer noch Verbandmaterial verfügbar. Einen Rettungsdienst im heutigen Sinne gab es nicht. Und Niemanden kümmerten bis dahin die extrem hohen Unfallzahlen in den Fabriken.
Im Jahre 1888 ergriffen sechs Zimmerleute in Berlin die Initiative und setzten gegen viele Widerstände den ersten "Lehrkursus über die Erste-Hilfe bei Unglücksfällen" durch. Die Berliner Zimmerleute waren nicht nur die Gründerväter des heutigen ASB; durch ihre Initiative haben sie auch der Notfallrettung in Deutschland wesentliche Impulse gegeben. In den Folgejahren entstanden auch in anderen Städten sog. ASB-Kolonnen. Sie bildeten Laien in erster Hilfe aus, führten Sanitätsdienste durch und eilten nach Unglücken herbei, um die Verletzten zu versorgen. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurden alle nicht zu den Waffen gerufenen Samariter aufgefordert, freiwillige Kriegskrankenpflege zu übernehmen.
Nach dem Krieg gab es viele neue Aufgaben: Der ASB nahm die ersten Automobile in Betrieb und baute systematisch den motorisierten Rettungsdienst auf. Doch die Samariter konzentrierten sich nicht nur auf die Verbesserung der Notfallrettung und die Durchführung von Sanitätsdiensten. Als Folge des 1. Weltkrieges herrschten in vielen Regionen Deutschlands extreme Wohnungsnot und Hunger. Die medizinische Versorgung brach völlig zusammen. Da Infektionskrankheiten grassierten und es nicht einmal Milch für Säuglinge und Kleinkinder gab, organisierten die Samariter "Kinderverschickungen": Bis zu drei Monate konnten sich die Kinder bei Pflegeeltern oder in ASB-Kinderheimen erholen. Als in der eisigen Kälte des Winters 1923/24 die Menschen auch in anderen Gebieten hungern und frieren mussten, verteilte der ASB Lebensmittel und Kleidung an die besonders Bedürftigen.
Weil der ASB in den Folgejahren immer wieder laut seine Stimme als Anwalt der Schwachen und Benachteiligten erhob, wurde er 1933 von der Nationalsozialistischen Regierung verboten. Alle 1800 ASB-Kolonnen mussten sich auflösen, sämtliches Eigentum wurde beschlagnahmt.
Während der ASB in den von den Westalliierten besetzten Gebieten schon 1945 an einigen Orten wieder arbeiten und sich zu einer der größten Hilfs- und Wohlfahrtsorganisa-tionen entwickeln konnte, blieb er in der sowjetisch besetzten Zone und auch später in der DDR verboten. Aber schon bald nach der Maueröffnung 1989 war der ASB in Ostdeutsch-land an vielen Orten (wieder) präsent - mit weitaus mehr Diensten als vor dem Krieg.
Der ASB hat sich mittlerweile in ganz Deutschland zu einer modernen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation herausgebildet, die mit ihren vielfältigen Diensten und Einrichtungen allen Menschen die Hilfe anbietet, die sie brauchen.
Das neue Jahrhundert hat der ASB mit einer grundlegenden Reform seiner Wohlfahrtsarbeit begonnen. Im Mittelpunkt der Entwicklung von der Hilfsorganisation zu einem modernen Verband der freien Wohlfahrtspflege steht ein umfangreiches Qualitätsmanagement und kontinuierliche Personalentwicklung. Beständig arbeitet der ASB daran, seinen Service auszubauen, die Qualität seiner Leistungen zu steigern und kosteneffizient anzubieten. Das Ziel ist es, die Hilfe für die Menschen weiter zu optimieren.
Bundesweit hat der ASB gegenwärtig über 1,1 Mio. Mitglieder. Er beschäftigt über 16.000 hauptamtliche und fast 12.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen.